June 30th 2015

Cap Ferret

“Wellen denken und planen nicht. Sie wollen auch nicht ihren Aufstieg nach jedem Fall verbessern. Sie bleiben ihrem Ursprung treu.”

– Pavitraa Parthasarathy

Das Cap Ferret (nicht mit Saint Jean Cap Ferrat am Mittelmeer verwechseln) ist eine 25 km lange Landzunge im Südwesten Frankreichs, welche zwischen dem atlantischen Ozean und der Bucht von Arcachon aus dem Festland ragt. Die Strände sind hier weit und breit. Es gibt Platz. Pinienwälder und Sanddünen. Der Wind fegt regelmäßig zwischen 10 und 15 Knoten.

Die Wellen rollen und wer hier surft und badet hat vermutlich schon einige Waschgänge am eigenen Leib erlebt.

Die Einwohner der Halbinsel sind mit den recht rauen Wetterverhältnissen der kälteren Monate vertraut. Viele von ihnen arbeiten in der Austernzucht, ein von Generation zu Generation weitergeführtes Familiengeschäft welches bis ins Jahr 1849 und der damaligen Gründung der kaiserlichen Austernparks unter Napoleon III zurückblicken kann.
Die Austernzucht ist ein harter Beruf. Körperlich anstrengend. Die Arbeit im Wasser mit den Schalentieren lehrt Demut, Geduld und Resilienz. Der Zuchtprozess besteht aus über 50 Etappen. Austern sind sensible Lebewesen. Es gibt wenig Platz für Fehler. Das Leben wird von den Gezeiten bestimmt. Ebbe und Flut. Was die Natur gibt, das kann sie sich auch wieder zurückholen.

Im Juni ist hier noch alles sehr ruhig. Keine Hochsaison. Maximalwerte bei den Temperaturen liegen zwischen 25°C und etwas über 30°C. Die Wassertemperatur ist zwischen 17°C und 20°C. Die Sonne geht spät unter. Die Tage sind jetzt am längsten und es gibt genügend Tageslicht um gegen 22:00 Uhr noch ein paar Kurven auf den Wellen zu probieren.

Die hier verbrachte Zeit mit der Familie war genau das Richtige um dem Arbeitsalltag zu entkommen. Morgens den Wind auf Wisuki checken bevor man zu Fuß durch den Pinienwald und die Dünung Richtung Strand läuft hat etwas Meditatives. Und wenn man erstmal das Salz schmeckt und den Wellengang spürt, dann wird einem klar wieso der Mensch zu über 70% aus Wasser besteht.

Am Tag meiner Abreise erzählt mir der Bäcker in der kleinen Ortschaft Le Canon, dass er an Tagen wie heute, wo der Himmel klar ist, er bevor er seinen Laden um 6 Uhr aufmacht, zu Fuß den Hügel hinter dem Rathaus hochgeht und sich von dort aus den Sonnenaufgang anschaut.

Ich frage Ihn ob man nach all den Jahren hier dessen nicht müde wird, woraufhin er mir mit ruhiger Stimme antwortet:

„Niemals.“

„Jeder Sonnenaufgang ist anders.“

Jeder Sonnenaufgang hat eine ganz eigene Schönheit.“

DJI_0006
CH6A2259
CH6A1595
CH6A3035
CH6A3030
CH6A3040-Pano
CH6A3085
CH6A3620
CH6A1600
CH6A1603
CH6A1629
CH6A1640
CH6A1648
CH6A1688-2
CH6A1906
CH6A2034
CH6A3185
CH6A3196
CH6A2482
CH6A2500
CH6A2981
CH6A2358-two
CH6A2468
CH6A3227
CH6A3247
CH6A3160
G0010684-2-2
G0020691-2-2
GOPR0464-black-and-white
GOPR0358
G0150770-2
G0010596
G0040719
G0150771
CH6A2370
CH6A3306
CH6A3592
CH6A3319
CH6A2179-HDR
CH6A2604

Die meisten Bilder wurden – wie gewohnt – mit einer Canon 5D Mark III und den Objektiven Canon 50mm 1.4, Canon 85mm 1.8 und Canon 16-35mm 4.0 geschossen.

Unterwasseraufnahmen waren dank einer GoPro Hero 3 Black Edition möglich.

Dieser Artikel ist ebenfalls in den Sprachen Französisch und Englisch erhältlich.

Instagram has returned invalid data.