October 10th 2015

Ich bin noch immer hier

Ganze zwei Monate sind seit dem letzten Eintrag vergangen.
So schnell kann die Zeit vergehen.

Ganze zwei Monate ist der letzte Eintrag inzwischen schon alt. Das hat verschiedene Gründe. Aber eins nach dem anderen.

Die Erstellung dieses Blogs hat einiges an Zeit gekostet und mir damals über mehrere Monate hinweg etliche Stunden am Abend und über die Wochenenden buchstäblich weggefressen. Wieviel Aufwand hinter einem solch vermeintlich einfachen Projekt steckt wurde mir erst im Nachhinein bewusst. Der Einstieg in die ganze Blog-Materie war etwas schmerzhaft. Ich war ein blutiger Anfänger. Man fängt bei null an, hat keinen blassen Schimmer über die besten Hosting-Anbieter, die besten „Themes“, über die Unterschiede zwischen WordPress.com und WordPress.org, über Latenzzeiten, und vieles vieles mehr. Und so googelt und recherchiert man stundenlang durch die Weiten des Internets und versenkt dabei manchmal mehrere Stunden in Vergleiche zwischen Anbietern oder der Lektüre von „best practices“ und anderen etlichen Ratgebern. Wie richtet man einen Blog ein? Wie macht man diesen dann „mehrsprachig“ (multilingual)? Wie können Inhalte am einfachsten erstellt und gepostet werden? Wie bringt man WordPress auf den letzten Stand (die regelmäßigen Updates schliessen – und öffnen dabei leider auch immer wieder neue – Sicherheitslücken) ohne zahlreiche Bugs herbeizuführen? Wie sichert man die Inhalte für den Fall der Fälle ab (Stickwort: Backups, backups, backups)?

Ich experimentierte hier und dort. Templates, Code-zeilen. Stück für Stück tastet man sich heran. Ich hatte eine recht genaue Vorstellung wie das Endprodukt aussehen sollte. Um einigermaßen den Überblick zu behalten wurde ein Projektdokument verfasst. Zweiundzwanzig Seiten voll mit Spezifikationen über die Gesamtstruktur, die verschiedenen Abschnitte, „Header- und Footer-sections“, Parallax, das Archiv, die Schriftarten und viele andere Aspekte. Hinzu kam dann noch ein festgelegtes Budget für die Fertigstellung des Projektes, eine Timeline und ein paar Spezifikationen bzgl. des angestrebten Qualitätsniveaus.

Ich stiess jedoch recht schnell an meine Grenzen und nach etwas längerem „im Kreis drehen“ musste ich feststellen: „Du brauchst hier externe Unterstützung sonst wird das nichts. Oder Du schraubst deine Erwartungen zurück und machst es Dir etwas einfacher.“

Option zwei gefiel mir recht wenig und so machte ich mich auf der Suche nach „Web-Developern“.

Die erste Person mit der ich in Kontakt kam war eine auf der Ostküste der USA beheimatete Web-Designerin. Ein paar E-Mails später war die Zusammenarbeit vereinbart und es ging mit viel Enthusiasmus los. Nach drei Wochen war allerdings so gut wie kein nennenswerter Fortschritt erkennbar. Der ständige Austausch per Skype, die vielen Mails halfen nicht: die Kommunikation stimmte einfach nicht. Ich beendete die Zusammenarbeit und machte mich erneut auf die Suche nach einem Webentwickler.

Der nächste Kandidat kontaktierte mich aus Islamabad/Pakistan. Überzeugendes Portfolio, überaus freundlich und er machte mir direkt – bevor ich mich überhaupt entschieden hatte ihn anzuheuern – einen Mock-up basierend auf den Vorgaben in der Projektdokumentation (welche die Zusammenarbeit übrigens um einiges vereinfachte). In Sachen Design hatte der Junge definitiv was drauf und so dachte ich mir: „Okay, gib ihm eine Chance und lass ihn mal daran arbeiten. Mal schauen was er daraus macht.“

Im Laufe der kommenden zwei Wochen stellte sich jedoch heraus dass er den Anforderungen nicht gerecht werden konnte. Ich dankte ihm für seine Bemühungen, bezahlte ihn für die investierte Zeit, und zog den Stecker. Zum zweiten Mal. An diesem Punkt überlegt man sich dann schon ob man die Sache lässt und das Projekt einstampft oder alles etwas vereinfacht. Oder man betrachtet die „Fehlinvestitionen“ als Lehrgeld und probiert es erneut.

Eine ganze Reihe professioneller Projekte im Laufe der letzten Jahre hat mir folgendes beigebracht: Alles steht und fällt mit der Wahl der richtigen Leute.

Das sollte hier – bei einem Hobby-Projekt – nicht anders sein.

Nach intensiver Suche traf ich die richtige Person: Ein Entwickler mit Sitz in Zürich, der sich bis-dato noch nie um einen Blog gekümmert hatte und das Projekt interessant fand. „Nach einigen größeren Projekten mal etwas anderes“, meinte er. Die Zusammenstellung des Blogs ging von nun an rasant schnell voran und wurde schließlich – nach einigen recht arbeitsintensiven Monaten im Büro – im Februar 2015 verwirklicht. Ich hatte jetzt einen Ort, an dem ich Gedanken und Erfahrungen teilen konnte: ein ortsunabhängiges Zuhause.

Aber ohne Inhalt ist ein Blog nur eine Leinwand, eine leere Hülle. Auf den Inhalt kommt es an.

Und aufgrund der Arbeitslast im Laufe der letzten zwei Monate blieb nur wenig Zeit für das „Bemalen dieser Leinwand“. Tage haben nun mal nicht mehr als 24 Stunden. Man muss Prioritäten setzen.

Ich weiß nach wie vor nicht wie ich meine verschiedenen Ziele parallel weiterfolgen kann. Manche sind eher kurzfristige Ziele, andere wiederum eher langfristiger Art. Wie das alles zusammenpassen wird, weiß ich nicht. Aber das Leben ist das was passiert während man Pläne schmiedet.

Und schreiben bereitet mir Freude.

Von daher werde ich das sicher nicht sein lassen.

Ich bin noch immer hier.

Dieser Artikel ist auch in den Sprachen Französisch und Englisch erhältlich.

Instagram has returned invalid data.