August 12th 2014

Morgen der Welt

6Uhr30. Aufwachen. Schließlich ist Bali, gemäß den Worten des einstigen Staatschefs und nationalen Ikone Indiens Jawaharlal Nehru, der
„Morgen der Welt“.

Das Erste was mir an diesem Augustmorgen auffällt, während die Sonne über den Reisfeldern rund um das Dorf Berawa steigt, ist das Licht. Es ist anders. Es hat eine besondere Wärme.

Eine halbe Stunde später, nachdem ich neben Sasu, einem unserer Surf-Guides, durch die Wellen gepaddelt bin, spülen die salzigen Brecher des indischen Ozeans das letzte Quäntchen Schläfrigkeit aus mir raus. Definitiv. Wach.

Zwischen den Wellen-Sets, während wir mit dem Rücken auf unseren Surfboards liegen, die Guides Anekdoten rauskramen und uns mit ihrer balinesischen Freude anstecken, baumelt die Seele mit dem leichten Schaukeln des Wassers. Die Sonne glitzert auf dem Wasser. Nach dem völlig verkorksten Sommer in Zürich flutet endlich warmes Augustlicht durch die Lichtrezeptoren zur Zirbeldrüse, reguliert dabei die Produktion des Hormons Melatonin und trägt so zu einem besseren Schlaf-Wach-Rhythmus bei. Und in der Tat, selten war mein Schlaf so erholend wie auf dieser Insel. Womöglich liegt es aber auch daran dass die Tage dermaßen voll mit Aktivitäten gepackt waren – Surfen, Ausflüge rund um die Insel, den Gipfel des heiligen Vulkans (und immer noch aktiven) Gunung Agung während der Nacht erklimmen um den Sonnenaufgang über den Wolken zu erleben, die Unabhängigkeit Indonesiens mit der lokalen Bevölkerung zelebrieren, unzählige Tempelbesuche, Tauchgänge am östlichen Ufer der Insel – daß der Körper irgendwann einfach runterfahren muss.

Bali war eine Wirbelwind-Erfahrung.

Und jetzt, da ich die Bilder des Aufenthalts sichte und den roten Faden meiner Erinnerungen rekonstruiere, frage ich mich ob Sasu, Ian, Harris* und all die anderen balinesischen Surfer noch immer ihre tägliche Dosis Licht abbekommen.

Vermutlich schon.

Viele Terima Kasihs und Suk Sumas (zweiteres wurde von mir etwas zu oft gebraucht, nicht nachmachen) an die Mitarbeiter der Surf WG für die Betreuung und Organisation als auch an das Personal des Komaneka at Bisma für einen fantastischen Aufenthalt.

Selamat tinggal!

 –

(*Wer auf der Suche nach ein paar Guides für die besten Surfspots auf Bali sein sollte, diese Jungs sind Gold wert. Harris ist etwas crazy drauf, hat aber gute Instinkte. Schließlich hat er während der WM ein kleines Vermögen auf Deutschland gesetzt und ganz gut abgeräumt. Ich habe allerdings keine Ahnung was er mit seinem Gewinn angestellt hat…)

Sämtliche Bilder wurden mit Canon 5D Mark III und den Objektiven Canon EF 50mm 1.4 und Canon 16-35mm 4.0 geschossen.

Dieser Artikel ist auch auf Englisch und Französisch verfügbar.

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